Ein Jahr untergetaucht: Ein Saisonrückblick

Ja, das stimmt schon. Die Saison des Unterwasserrugbys ist recht früh vorbei. Nichtsdestotrotz ist in diesem Rugbyjahr, dem ersten in Luxemburg, viel passiert.  Da es nun mittlerweile ein Jahr her ist, dass wir unser erstes Training in eigenem Becken absolvierten, ist es Zeit um einen ersten Rückblick zu wagen.

Nachdem wir im März letzten Jahres uns zu drei Unerschrockenen in einer Kneipe getroffen hatten, um das Projekt, zumindest erstmals theoretisch, aus der Taufe zu heben, haben wir schnell etliche Experimentierfreudige gefunden (nach teils sehr aktivem Suchen), die es wagten, ihre Nase in einem Schwimmbecken zu versenken. An dieser Stelle muss auch auf die, mittlerweile legendäre, Überredungskunst unseres Trainers aufmerksam gemacht werden, die unseren Wachstumsprozess stetig antrieb und heute noch treibt.

Nun gut, zurück unter Wasser: Das erste Training, das ein „wildes Training“ war, sah recht abenteuerlich aus: Ausrüstung und Material waren wilde fantasievolle Gebilde, der Ball von einem deutschen Verein „ausgeliehen“ und das Atmen durch den Schnorchel schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Jedoch kamen fast alle Abenteurer zu einem zweiten Training wieder. (Es sei an dieser Stelle auf die Überredungskunst einer bestimmten Person hingewiesen.)

So vergingen die ersten Wochen der Luxemburger Rugbygeschichte. Die Ausrüstung wurde nach und nach besser, die Zeiten unter Wasser länger, die Panikphasen unter Wasser kürzer.

Während dieser Zeit passierte über Wasser auch einiges: Es wurden Vereine aus dem Schwimm- und Tauchbereich angeschrieben, um dem Rugbysport einen Platz zu geben und natürlich um auf diesem Weg eine erste Trainingszeit zu ermöglichen. Zur Überraschung aller meldete sich nach sehr kurzer Zeit der städtische Schwimmverein Swimming Luxemburg mit großem Interesse uns aufzunehmen.

Nach zwei Treffen mit dem Verein und einer kurzen Wartezeit bekamen wir unsere wöchentliche Trainingseinheit zugeteilt und konnten Anfang Juli mit dem ordentlichen Training beginnen.

Nach Ende der Sommerferien war unsere Mannschaft auf ungefähr 10 SpielerInnen gewachsen und die Mannschaft befand sich in einem andauernden Wachstumsprozess. Zudem entschied die Mannschaft den Spielbetrieb in der Bezirksliga Baden-Württemberg aufzunehmen, der vierten Liga Deutschlands. Nachdem die Lizenzquerelen bewältigt waren, konnten wir Mitte November zum ersten Spieltag nach Mannheim aufbrechen. 

Es galt drei Spiele zu überleben, was alleine schon als Herausforderung reichte. Nach einer kurzen Regelkunde ging es gegen 11 Uhr los. Wir spielten nach unseren Möglichkeiten, und obwohl wir nicht den Hauch einer Chance hatten, machte es allen Beteiligten Spaß. Am Ende des Tages hatten wir zwar kein Spiel gewonnen, jedoch ein Tor erzielt, was einem Sieg gleich kam.

Um etliche Erfahrungen reicher und mit reichlicher Motivation wurde in den nächsten Wochen und Monaten trainiert und geplant. Zwischenzeitlich erlebte die Rugbymannschaft mehrere Leistungsschübe, sodass wir mit Gästen aus Trier und Saarbrücken zwischenzeitlich 24 Trainingswillige an den Mittwochabenden zusammenbekamen. Die weiteren Spieltage der Liga wurden mit zunehmendem spielerischem Niveau absolviert, ein Spiel wurde zwar nicht gewonnen, jedoch wurden immer mehr Tore erzielt.

Der bisherige Höhepunkt ist sicherlich das Langenauer Turnier „Nixencup“ gewesen, das Mitte März in der Nähe Ulms ausgetragen wurde. Die Mannschaft trat hier mit einem ordentlichen Selbstbewusstsein und zwei ausgeliehenen Spielern an, und hinterließ so einen guten Eindruck. Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass die Mannschaften Süddeutschlands nun wissen, dass es Luxemburg auf der geografischen, wie auch auf der rugbytechnischen Landkarte gibt. Nachdem die Langenauer Spiele und die obligatorische Fete mit Bravour überstanden waren, ging es zurück nach Luxemburg ins wöchentliche Training.

Mit noch mehr Motivation sind hier die nächsten konditionellen wie technischen Schritte angegangen worden, sodass die Mannschaft sich in einem stetigen Verbesserungsprozess befindet. Zudem vergrößert die Mannschaft sich ständig, sodass für nächste Saison die Hoffnung auf eine komplette Mannschaft bei Liga und Turnieren besteht.

In der Zwischensaison stehen nun die Suche nach einem geeigneten Trainingsbad während der Zeit der Sommerferien und das Bestreiten des Turniers „Kampf um den Pfungstädter Bierpokal“ Ende August an.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das erste Jahr der Luxemburger Unterwasserrugbygeschichte sehr erfolgreich war und ist. Es wurde viel getan und erreicht und am Wichtigsten: Wir haben Spaß gemacht. Diesen wird man auch mit Sicherheit nächstes Jahr haben, zudem wird man auch nächstes Jahr viel tun und erreichen.

Frei nach dem Motto: Wenn man atmen kann, ist es kein Sport.